20/02/2026
Auto im Ausland kaufen und in Deutschland anmelden

Du hast dein Wunschauto mit guter Ausstattung und in gutem Zustand zu einem deutlich günstigeren Preis gefunden. Der einzige Haken ist, dass der Wagen im Ausland steht. Du fragst dich nun: Wie bekommst du ihn ordnungsgemäß über die Grenze und wie hoch sind die Gesamtkosten?
Wer überlegt ein Auto im Ausland zu kaufen, stellt schnell fest, wie komplex das Ganze sein kann. Immerhin gibt es mit Zoll, Steuern, technischen Vorgaben und der Zulassung einige Punkte zu beachten. Versäumnisse oder fehlende Nachweise können zu Verzögerungen, Zusatzkosten oder im schlimmsten Fall zur Ablehnung der Fahrzeugzulassung führen.
Mit einer guten Vorbereitung lässt sich der gesamte Ablauf in der Regel unkompliziert gestalten. Hier erfährst du, worauf es beim Kauf, Import und der Zulassung eines EU-Fahrzeugs in Deutschland sowie bei Importen aus Nicht-EU-Ländern wirklich ankommt.
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Auto nach Deutschland bringen
Vor dem Transport musst du auch alle vorbereitenden Schritte klären, wenn du das Fahrzeug sicher und legal nach Deutschland bringen willst. Dazu gehören unter anderem Ausfuhrkennzeichen, Versicherungsschutz und die passende Überführungsmethode.
Wer ein Auto im Ausland kaufen und in Deutschland anmelden möchte, sollte vorab unbedingt die Fahrzeughistorie genau prüfen. Besonders frühere Unfallschäden sind kritisch. Das lässt sich beispielsweise mit einem carVertical-Bericht gut nachvollziehen.
Maximilian Bartels, Autohändler
Möglichkeiten für den Fahrzeugtransport nach Deutschland
Wenn du ein Auto im Ausland kaufen und nach Deutschland bringen möchtest, hast du drei Möglichkeiten: Du kannst das Auto selbst fahren, es per Transport überführen lassen oder einen spezialisierten Exportdienstleister beauftragen.
Ob du selbst fährst oder den Wagen transportieren lässt, richtet sich vor allem nach Herkunftsland, Fahrzeugzustand und Aufwand.
Wenn das Auto aus einem EU-Land kommt und technisch problemlos funktioniert, fahren viele es einfach selbst nach Hause. Dafür brauchst du gültige Kennzeichen mit Versicherung, also üblicherweise ein Ausfuhrkennzeichen aus dem Herkunftsland.
Bei Fahrzeugen aus Nicht-EU-Staaten oder nicht fahrfähigen Autos sieht es anders aus. In diesen Fällen greifen viele auf eine Spedition oder einen Anhänger zurück. Das ist teurer, erspart dir aber die lange Fahrt.
Eine weitere Möglichkeit sind professionelle Exportdienste. Sie übernehmen den Transport, die Dokumente und oft auch die Zollformalitäten. Vor allem bei Fahrzeugen aus der Schweiz, den USA oder Fernost wird diese Lösung oft genutzt.
Kennzeichen und Versicherung für den Import
Ohne Kennzeichen und Versicherung darfst du ein Fahrzeug weder aus der EU noch aus einem Drittstaat überführen. Beides ist Pflicht, wenn du das Auto legal nach Deutschland bringen willst.
In den meisten Fällen benötigst du ein Ausfuhrkennzeichen aus dem Land, in dem du das Fahrzeug kaufst. Dieses ist zeitlich befristet, enthält eine Haftpflichtversicherung und ist oft 15 bis 30 Tage gültig.
Manch einer spielt mit dem Gedanken, stattdessen ein deutsches Kurzzeitkennzeichen zu verwenden. Allerdings ist das beim Import nicht möglich, da es nur innerhalb Deutschlands gültig und für Auslandsfahrten nicht zulässig ist. Dieses Kennzeichen zu verwenden, ist riskant und kann rechtliche Probleme nach sich ziehen.
Je nach Strecke und Wert des Fahrzeugs kann sich eine zusätzliche Kaskoversicherung lohnen. Falls du diese Möglichkeit in Betracht ziehst, kannst du sie in der Regel direkt beim Ausstellen des Ausfuhrkennzeichens dazubuchen.
Transportkosten beim Autoimport
Die Transportkosten richten sich nach Entfernung, Fahrzeuggröße, Transportart und Fahrbereitschaft. Bei EU-Importen per Anhänger oder Spedition liegen die Preise meist zwischen 300 und 800 Euro. Bei weiteren Strecken oder einem Autoimport nach Deutschland aus Nicht-EU-Ländern steigt der Betrag schnell auf über 1.000 Euro – vor allem, wenn Zollformalitäten, Zwischenlagerung oder ein Spezialtransport hinzukommen.
Oft fallen zusätzliche Kosten für Kennzeichen, Versicherung, Verwaltungsaufwand sowie gegebenenfalls ein Mietanhänger oder Abschleppdienst an. Diese Kosten kommen obendrauf und schlagen schnell zu Buche.
Deshalb solltest du alle Posten vorab realistisch kalkulieren. Ein scheinbar günstiger Import kann am Ende sogar teurer sein als ein Kauf in Deutschland.
Wichtige Unterlagen, um ein Auto im Ausland zu kaufen
Für die spätere Zulassung in Deutschland benötigst du beim Kauf bestimmte Unterlagen im Original. Welche das genau sind, hängt davon ab, ob der Autoimport nach Deutschland aus einem EU-Land oder einem Drittstaat erfolgt.
Bei EU-Fahrzeugen solltest du folgende Dokumente erhalten:
- Kaufvertrag mit allen Angaben zu Käufer, Verkäufer und Fahrzeug
- Zulassungsbescheinigung Teil I und II oder das entsprechende nationale Dokument
- Nachweis der letzten technischen Prüfung (wenn vorhanden)
- COC-Dokument (Certificate of Conformity), falls verfügbar
Kommt das Auto aus einem Nicht-EU-Land, brauchst du zusätzlich:
- Zollbescheinigung oder Nachweis der Einfuhr
- Beleg über die gezahlte Einfuhrumsatzsteuer
- Ursprungsnachweis (z. B. bei Fahrzeugen aus EFTA-Staaten)
- Ggf. weitere Unterlagen – je nach Herkunftsland und Fahrzeugtyp
Bei Dokumenten aus Drittstaaten verlangen viele Zulassungsstellen außerdem beglaubigte Übersetzungen. Kläre deshalb vor dem Kauf, ob alle Unterlagen vollständig sind und in einer in Deutschland anerkannten Form vorliegen.
Technische Anforderungen für die Zulassung in Deutschland
Damit ein importiertes Fahrzeug in Deutschland zugelassen werden kann, muss es den hier geltenden Sicherheits- und Umweltstandards entsprechen. Ohne entsprechenden Nachweis stellt die Zulassungsstelle keine Papiere aus.
Für alle Fahrzeuge, egal ob sie aus der EU oder aus Drittstaaten kommen, ist eine bestandene Hauptuntersuchung Pflicht. In Deutschland wird sie beim TÜV oder einer anderen anerkannten Prüfstelle durchgeführt. Dabei wird nicht nur der technische Zustand begutachtet, sondern auch geprüft, ob das Fahrzeug die vorgeschriebenen Emissionswerte einhält.
Autohändler Maximilian Bartels erklärt: „Das Auto muss in Deutschland eine neue TÜV-Prüfung bestehen. Oft ist es dafür erforderlich, dass Teile angepasst werden, zum Beispiel Blinker oder Beleuchtung, damit das Fahrzeug den EU-Vorgaben entspricht.“
Bei Autoimporten nach Deutschland aus der EU spielt das COC-Dokument (Certificate of Conformity) eine zentrale Rolle. Es belegt, dass das Auto den EU-Vorgaben entspricht. Fehlt dieses Dokument, ist eine Einzelabnahme nötig, was einen aufwendigen und kostspieligen Prozess bedeutet, bei dem das Fahrzeug technisch vollständig bewertet wird.
Importe aus Nicht-EU-Ländern erfordern oft zusätzliche Anpassungen. Besonders häufig betroffen sind Beleuchtung, Abgasanlage, Tachoanzeige oder Warnhinweise. Viele unterschätzen diesen Aufwand und erleben bei der Zulassung dann unerwartete Kosten oder lange Verzögerungen.
Das Auto muss in Deutschland eine neue TÜV-Prüfung bestehen. Oft ist es dafür erforderlich, dass Teile angepasst werden, zum Beispiel Blinker oder Beleuchtung, damit das Fahrzeug den EU-Vorgaben entspricht.
Maximilian Bartels, Autohändler
Zoll, Mehrwertsteuer und Gebühren beim Autoimport
Welche Abgaben anfallen, hängt davon ab, aus welchem Land das Fahrzeug stammt. Autoimporte nach Deutschland aus EU-Staaten sind in der Regel unkompliziert, wohingegen bei Importen aus Nicht-EU-Ländern strengere Vorgaben gelten. Fahrzeuge aus EFTA-Staaten wie der Schweiz oder Norwegen bilden einen Sonderfall.
Import aus EU-Staaten
Innerhalb der EU fällt beim Autokauf kein Zoll an. Ob du zusätzlich Mehrwertsteuer zahlen musst, richtet sich danach, ob das Fahrzeug als neu oder gebraucht eingestuft wird.
Ein Auto gilt steuerlich als gebraucht, wenn es bei der Übergabe eine Laufleistung von mindestens 6.000 Kilometern hat und seit der Erstzulassung mindestens sechs Monate vergangen sind. Sind beide Bedingungen erfüllt, wird keine deutsche Einfuhrumsatzsteuer fällig.
Fehlt eines der beiden Kriterien, gilt das Fahrzeug als neu. Dann musst du bei der Zulassung 19 % deutsche Mehrwertsteuer zahlen, auch wenn du im Ausland bereits Umsatzsteuer bezahlt hast.
Import aus Nicht-EU-Staaten
Beim Autoimport aus einem Nicht-EU-Land erhebt der deutsche Zoll in der Regel 10 % Zoll auf den Fahrzeugwert und zusätzlich 19 % Einfuhrumsatzsteuer. Berechnungsgrundlage ist der Kaufpreis einschließlich der Transportkosten bis zur EU-Grenze.
Die Zollabwicklung erfolgt direkt bei der Einfuhr. Bewahre alle Unterlagen gut auf, insbesondere den Zollbescheid und den Zahlungsnachweis für die Steuer. Ohne diese Dokumente ist eine spätere Zulassung in Deutschland nicht möglich.
Da diese Abgaben schnell mehrere tausend Euro ausmachen können, solltest du sie von Anfang an in deine Planung einbeziehen.
Besonderheiten bei EFTA-Staaten
Wenn du ein Auto von einem EFTA-Land, wie der Schweiz, nach Deutschland einführst, profitierst du aufgrund bestehender Handelsabkommen von Zollvergünstigungen. Voraussetzung ist, dass das Fahrzeug nachweislich in einem der EFTA-Länder produziert wurde und ein gültiger Ursprungsnachweis vorliegt. Fehlt dieser Nachweis, gelten die gleichen Regeln wie für andere Nicht-EU-Importe, d. h. es fällt die volle Zoll- und Steuerpflicht an.
Unterlagen für die Zulassung eines importierten Fahrzeugs in Deutschland
Wenn du ein Auto im Ausland kaufen und in Deutschland anmelden möchtest, benötigst du verschiedene Unterlagen.
Sollte auch nur ein Dokument fehlen, bekommst du in vielen Fällen nicht einmal einen Termin bei der Zulassungsstelle. Die häufigsten Verzögerungen entstehen genau hier, zum Beispiel, wenn ein Dokument nur als Kopie vorliegt oder eine Übersetzung fehlt.
Diese Unterlagen sind immer erforderlich:
- Personalausweis oder Reisepass
- Kaufvertrag oder Rechnung
- Zulassungspapiere aus dem Herkunftsland (Teil I und II oder entsprechendes nationales Dokument)
- Nachweis der bestandenen Hauptuntersuchung (z. B. TÜV-Bericht)
- COC-Dokument oder Einzelgutachten (z. B. nach § 21 StVZO)
- Versicherungsnachweis (eVB-Nummer)
- SEPA-Lastschriftmandat für die Kfz-Steuer
Bei einem Autoimport nach Deutschland aus Nicht-EU-Ländern kommen weitere Unterlagen dazu:
- Zollbescheid
- Nachweis der gezahlten Einfuhrumsatzsteuer
- Falls nötig: Ursprungsnachweis (z. B. bei EFTA-Fahrzeugen)
- Beglaubigte Übersetzungen ausländischer Dokumente, wenn verlangt
Achte darauf, dass alle Unterlagen im Original vorliegen. Wenn Unterlagen fehlen, kann dein Antrag abgelehnt werden. Prüfe deshalb alles, bevor du zur Zulassungsstelle gehst.
Ablauf der Fahrzeugzulassung in Deutschland
Die Zulassung läuft über die Kfz-Zulassungsstelle deines jeweiligen Wohnorts. In den meisten Fällen benötigst du einen Termin. Aber auch wenn dies nicht erforderlich ist, kann dir eine Terminvereinbarung wertvolle Zeit ersparen.
Bedenke, dass es in größeren Städten länger dauern kann, einen Termin zu bekommen, und dass die Bearbeitungszeit regional unterschiedlich ist.
Typischer Ablauf:
1.Termin vereinbaren
2.Unterlagen zusammenstellen
3.Zur Zulassungsstelle gehen
4.Gebühren zahlen
5.Kennzeichen prägen lassen
6.Papiere und Kennzeichen abholen
Für die Zulassung eines Nicht-EU-Fahrzeugs in Deutschland sind zusätzliche Nachweise, wie Zollunterlagen oder Steuerbescheide, erforderlich. Teilweise prüft die Behörde diese Dokumente vorab oder verlangt ergänzende Angaben. Dafür solltest du genügend Zeit einplanen.
Beachte, dass selbst bei vollständigen Unterlagen und korrekten Angaben Wartezeiten beim Termin selbst sowie bei der Ausgabe der Papiere völlig normal sind.
Unterschiede zwischen EU- und Nicht-EU-Importen
Ob das Auto aus einem EU-Land oder einem Drittstaat stammt, macht hinsichtlich der technischen Vorgaben, Steuern und Zulassung beim Import einen großen Unterschied – vor allem bei den Vorschriften.
„Teile wie Blinker, Beleuchtung oder andere sicherheitsrelevante Bauteile müssen oft angepasst werden, damit sie den deutschen und EU-Verkehrsstandards entsprechen“, erklärt Autohändler Maximilian Bartels.
Import aus EU-Staaten | Import aus Nicht-EU-Staaten | |
Transportmöglichkeiten | Eigenüberführung oder Spedition üblich | Spedition oder Exportdienst fast immer erforderlich |
Kennzeichen & Versicherung | Ausfuhrkennzeichen des EU-Landes, oft unkomplizierter zu erhalten | Ausfuhrkennzeichen teils komplizierter, Versicherung individuell klären |
Transportkosten | In der Regel geringer (ab ca. 300 €) | Deutlich höher (teils über 1000 €), inkl. Zollabwicklung |
Unterlagen beim Kauf | Kaufvertrag, Zulassungspapiere, ggf. COC | Zusätzlich: Zollunterlagen, Einfuhrsteuerbeleg, ggf. Ursprungsnachweis, Übersetzungen notwendig |
Technische Prüfung & Vorschriften | TÜV, ggf. COC ausreichend | Einzelabnahme oft nötig, Anpassungen an Licht, Blinker, Tacho usw. erforderlich |
Zoll, Steuern & Gebühren | Kein Zoll, 19 % MwSt nur bei Neuwagen | 10 % Zoll + 19 % Einfuhrumsatzsteuer auf Fahrzeugwert und Transportkosten |
Unterlagen für Zulassung | Standardpapiere wie COC, eVB, TÜV-Bericht | Zusätzlich: Zollbescheid, Steuerbeleg, häufig beglaubigte Übersetzungen |
Zulassungsprozess | Standardverfahren bei der Kfz-Stelle | Zusätzliche Prüfung von Importnachweisen möglich |
In vielen Bereichen ist es einfacher, ein Auto aus der EU nach Deutschland zu importieren. Bei Fahrzeugen aus Nicht-EU-Staaten hingegen musst du mit zusätzlichen Nachweisen, technischen Änderungen und einer längeren Zulassungszeit rechnen.
Auto nach Deutschland importieren: sieben wichtige Tipps vor dem Kauf
Ein reibungsloser Autoimport, beginnt bereits beim Kauf. Wer früh aufpasst, spart später Aufwand bei der Zulassung. Die folgenden Hinweise helfen dir dabei, typische Stolperfallen zu vermeiden.
Fahrzeughistorie vor dem Kauf prüfen
Ein günstiger Preis und ein guter Eindruck sagen wenig über die Vorgeschichte eines Autos aus. Ausschlaggebend ist, was zuvor mit dem Fahrzeug passiert ist, beispielsweise schwere Schäden, eine manipulierte Laufleistung oder offene Finanzierungen.
„Die größten Probleme beim Import entstehen durch verschleierte Unfälle. Genau deshalb kaufen wir selbst fast ausschließlich deutsche Fahrzeuge“, sagt Autohändler Maximilian Bartels. „Gerade Autos aus den USA haben oft schwere Vorschäden.“
Ein carVertical-Bericht zur Fahrzeughistorie kann hier einiges aufdecken. Das System nutzt Daten aus über 900 Quellen, darunter Werkstätten, Versicherungen und internationale Register. So lassen sich frühere Unfälle, abweichende Kilometerstände, strukturelle Schäden, Diebstahlmeldungen oder laufende Kredite erkennen – selbst wenn diese Daten nicht im Land erfasst wurden, in dem das Fahrzeug gekauft wurde.
Gerade bei US-Importen lohnt es sich, einen genauen Blick in die Fahrzeughistorie zu werfen. Nur mithilfe eines sogenannten Title-Checks kannst du herausfinden, ob das Auto als Totalschaden, Flutfahrzeug oder Wiederaufbau registriert wurde.
Wer die Historie vor dem Kauf prüft, kann Risiken besser einschätzen und gezielter verhandeln.
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Fahrzeug sorgfältig prüfen
Verlass dich nicht allein auf die Aussagen des Verkäufers. Auch nicht, wenn das Auto gepflegt aussieht. Organisiere idealerweise eine technische Prüfung in einer Werkstatt oder durch einen unabhängigen Gutachter. Wenn du nicht selbst vor Ort sein kannst, kann auch eine dir bekannte Person oder ein spezialisierter Prüfservice einspringen.Was auf den ersten Blick einwandfrei aussieht, ist nicht automatisch ein guter Deal. Vor allem, wenn das Fahrzeug in Deutschland durch den TÜV fällt und nachgerüstet werden muss, können später hohe Kosten entstehen.
Fahrgestellnummer überall abgleichen
Ein oft unterschätzter Schritt ist die Überprüfung der Fahrzeug-Identifikationsnummer (FIN). Stelle sicher, dass die FIN überall identisch ist. Sie steht an mehreren Stellen am Fahrzeug selbst, in den Papieren, im Serviceheft und auf Rechnungen.
Die Grafik zeigt dir, an welchen Stellen die FIN meist zu finden ist und welche du unbedingt miteinander abgleichen solltest.
Unstimmigkeiten oder sichtbare Manipulationen können auf Betrug, Diebstahl oder ein geklontes Fahrzeug hindeuten. Solche Fälle führen nicht nur zu rechtlichen Problemen, sondern können eine Zulassung in Deutschland unter Umständen unmöglich machen.
Vollständige und echte Fahrzeugdokumente sicherstellen
Bevor du Geld überweist oder dich auf den Weg zum Auto machst, prüfe sorgfältig, ob alle Unterlagen vollständig, verständlich und im Original vorliegen. Besonders wichtig sind der Eigentumsnachweis, die Zulassungspapiere und, wenn erforderlich, das COC oder eine gültige Typgenehmigung.
Fehlende, manipulierte oder gefälschte Dokumente sind leider heute nach wie vor keine Seltenheit. Wenn etwas unklar oder widersprüchlich erscheint, ist Vorsicht besser als Nachsicht. Im Zweifel lieber die Finger davon lassen – sonst sitzt du später auf einem unbrauchbaren Auto.
Kaufvertrag korrekt und nachvollziehbar abschließen
Der Kaufvertrag ist das zentrale Dokument, auf das im Streitfall zurückgegriffen wird. Achte darauf, dass Name und Anschrift des Verkäufers, der Kaufpreis, der Zustand des Fahrzeugs und alle weiteren Details klar und vollständig angegeben sind. Bekannte Mängel oder Vorschäden müssen im Vertrag aufgeführt werden.
Schließe keine handschriftlichen oder improvisierten Verträge ab. Nutze nach Möglichkeit offizielle oder landestypische Vertragsvorlagen, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden.
Sichere Zahlungswege nutzen
Bei privaten Verkäufen oder Überweisungen ins Ausland ist besondere Vorsicht geboten. Zahle nicht den vollen Betrag im Voraus, wenn du keine Absicherung hast, denn das Risiko, Geld zu verlieren, ist sehr hoch.
Verwende lieber nachvollziehbare und dokumentierte Zahlungswege, zum Beispiel Treuhanddienste, Barzahlung bei Übergabe oder Überweisungen mit eindeutigem Zahlungsempfänger. Es ist besser, einen Schritt mehr zu prüfen, als im Nachhinein auf den Kosten sitzenzubleiben.
Alle Unterlagen und Belege aufbewahren
Für die Zulassung in Deutschland sind fast immer Originaldokumente erforderlich. Kopien oder digitale Scans reichen oft nicht aus. Bewahre wichtige Dokumente wie Kaufverträge, Zahlungsbelege, Zollunterlagen, Exportpapiere und Prüfberichte sowie alles Weitere, was mit dem Kauf und Import zu tun hat, sicher auf.
Fehlen diese Nachweise, kann sich die Zulassung deutlich verzögern. Im schlimmsten Fall darfst du das Fahrzeug zunächst nicht im öffentlichen Straßenverkehr nutzen.
