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Überführungskennzeichen in Deutschland – Arten, Kosten und Beantragung

Renata Liubertaitė

Renata Liubertaitė

Du hast gerade ein Auto gekauft, der Vertrag ist unterschrieben – und dann fällt dir auf, dass das Fahrzeug abgemeldet ist. Nach Hause fahren darfst du damit nicht.Für solche Fälle gibt es Überführungskennzeichen, mit denen du ein Fahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr bewegen darfst, obwohl es nicht dauerhaft zugelassen ist. Das ist nicht nur beim Kauf oder Verkauf nützlich, sondern auch bei Probefahrten oder wenn du ein Auto ins Ausland bringen möchtest.

Oft ist unklar, welches Kennzeichen in welcher Situation verwendet werden muss. Die Bezeichnungen „Kurzzeitkennzeichen”, „rote Kennzeichen” und „Exportkennzeichen” ähneln sich, doch die Vorschriften sind unterschiedlich.

Hier bekommst du einen Überblick über die verschiedenen Arten von Überführungskennzeichen in Deutschland. Du erfährst, wann welches Kennzeichen sinnvoll ist, wie du es beantragst und mit welchen Kosten du rechnen musst.

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Was ist ein Überführungskennzeichen und welche Arten gibt es

Ein Überführungskennzeichen ist ein befristetes Kennzeichen, das es dir erlaubt, ein Fahrzeug auf öffentlichen Straßen zu fahren, obwohl es nicht regulär zugelassen ist. Typische Anwendungsfälle sind die Zeit nach dem Kauf, vor der endgültigen Anmeldung oder eine geplante Ausfuhr ins Ausland.

In Deutschland gibt es mehrere Varianten mit unterschiedlichen Regeln. Die Kennzeichen unterscheiden sich in der Laufzeit, im Einsatzbereich und darin, wer sie beantragen darf.

Wenn du das nicht genau prüfst, kann es bei Kontrollen oder bei der Zulassung Probleme geben.

Kurzzeitkennzeichen

Ein Kurzzeitkennzeichen ist für einen kurzen, klar begrenzten Zeitraum von maximal fünf Tagen gültig. Das Ablaufdatum ist in einem gelben Feld am rechten Rand gut sichtbar angegeben. Du kannst es für die Überführung nach dem Kauf, für die Fahrt zur Hauptuntersuchung oder für eine Probefahrt mit einem noch nicht zugelassenen Fahrzeug nutzen.

Es ist in erster Linie für Fahrten innerhalb Deutschlands gedacht. Im Ausland wird es nicht überall anerkannt. Kläre deshalb vorab, ob das Zielland es akzeptiert. Privatpersonen und Händler können das Kurzzeitkennzeichen bei der zuständigen Zulassungsstelle beantragen. Voraussetzung ist eine elektronische Versicherungsbestätigung.

Für ein Kurzzeitkennzeichen benötigst du grundsätzlich eine gültige Hauptuntersuchung. Wenn das Fahrzeug keinen TÜV hat, darfst du damit nur direkt zur nächstgelegenen Prüfstelle oder Werkstatt fahren, die sich im selben oder in einem angrenzenden Zulassungsbezirk befindet. Andere Fahrten sind unzulässig.

Das Kurzzeitkennzeichen ist außerdem fahrzeuggebunden. Es wird für ein konkretes Fahrzeug ausgestellt und darf nicht auf ein anderes Auto übertragen werden.

Rote Kennzeichen

Rote Kennzeichen sind für Händler, Werkstätten und Prüforganisationen bestimmt. Sie werden genutzt, um Fahrzeuge im gewerblichen Rahmen zu testen, zu prüfen oder zu überführen. Du erkennst sie an der roten Schrift auf weißem Hintergrund. Händlerkennzeichen tragen die Kennziffer 06, Oldtimerkennzeichen beginnen mit 07. Beide Varianten sind nicht an ein bestimmtes Fahrzeug gebunden, sondern dürfen im jeweils zulässigen Rahmen für mehrere Fahrzeuge verwendet werden. Dadurch ist kein eigenes Kennzeichen pro Fahrzeug erforderlich.

Im Gegensatz zum Kurzzeitkennzeichen gibt es hier keine feste Fünf-Tage-Grenze. Die Nutzung ist jedoch streng geregelt, an ein Fahrtenbuch gebunden und ausschließlich zugelassenen Betrieben vorbehalten. Eine private Verwendung ist nicht erlaubt und kann rechtliche Konsequenzen haben. 06er-Kennzeichen dürfen zudem nicht an Privatpersonen verliehen oder vermietet werden. Wer als Privatperson ein Fahrzeug überführen oder bewegen möchte, benötigt stattdessen ein Kurzzeitkennzeichen.

Der umgangssprachliche Begriff „rotes Überführungskennzeichen“ oder „Kurzzeitkennzeichen rot“ ist rechtlich nicht korrekt. Gemeint sind in der Regel rote Händlerkennzeichen (06er-Kennzeichen), die ausschließlich gewerblichen Betrieben vorbehalten sind.

Exportkennzeichen

Ein Exportkennzeichen wird benötigt, wenn ein Fahrzeug dauerhaft ins Ausland gebracht werden soll. Sie erlauben die Fahrt vom Standort in Deutschland bis ins Bestimmungsland.

Am rechten Rand befindet sich ein roter Streifen mit dem Ablaufdatum, anhand dessen du das Kennzeichen leicht von anderen Varianten unterscheiden kannst. Die Dauer legst du beim Beantragen des Überführungskennzeichens passend zur geplanten Überführung und zur gewählten Versicherung fest. Die maximale Laufzeit beträgt 30 Tage, wobei in der Praxis meist 15 oder 30 Tage gewählt werden. Voraussetzung ist zudem, dass das Fahrzeug während des gesamten Zeitraums über eine gültige Hauptuntersuchung (HU/TÜV) verfügt.

Mit diesem Kennzeichen darfst du sowohl in Deutschland als auch im Ausland fahren, solange es gültig ist und das jeweilige Land die Einreise zulässt. Beantragen können es Privatpersonen und Händler, sofern alle erforderlichen Unterlagen vorliegen und eine passende Versicherung abgeschlossen wurde.

Überblick über die Kennzeichenarten

Kennzeichenart

Typischer Einsatz

Wer darf es nutzen

Gültigkeitsdauer

Fahrt ins Ausland

Kurzzeitkennzeichen

Überführung, Probefahrt, HU-Fahrt

Privatpersonen, Händler

Bis zu 5 Tage

Nur eingeschränkt

Rotes Kennzeichen

Gewerbliche Probe- und Überführungsfahrten

Händler, Werkstätten

Längerfristig

Je nach Zweck

Exportkennzeichen

Dauerhafte Ausfuhr ins Ausland

Privatpersonen, Händler

Nach Antrag festgelegt

Ja

Wann brauchst du ein Überführungskennzeichen?

Wenn ein Fahrzeug nicht dauerhaft zugelassen ist, darfst du es nur mit einem befristeten Kennzeichen auf öffentlichen Straßen fahren. Ist das Fahrzeug stillgelegt oder noch nicht auf dich registriert, benötigst du für jede Fahrt eine rechtliche Grundlage, auch für kurze Strecken.

Autokauf oder Autoverkauf

Nicht der Kaufvertrag, sondern die gültige Zulassung erlaubt die Fahrt. Wenn das Fahrzeug also außer Betrieb gesetzt ist oder du es ummeldest, benötigst du für die Überführung ein befristetes Kennzeichen.

Ohne gültige Kennzeichen muss das Auto stehen bleiben, auch wenn der Kauf gerade erst erfolgt ist.

Abgemeldetes Auto überführen

Du möchtest ein abgemeldetes Auto überführen, das bereits seit Längerem in der Garage steht oder auf eine Reparatur wartet. Ob ein Verkauf geplant ist oder nicht, spielt hierbei keine Rolle.

Sobald ein Fahrzeug stillgelegt ist, darf es nicht einfach zur Werkstatt oder Prüfstelle gebracht werden. Für diese Strecken benötigst du ein Überführungskennzeichen.

Probefahrten und Fahrzeugprüfungen

Wenn eine Probefahrt oder die Fahrt zur Hauptuntersuchung ansteht und das Fahrzeug nicht zugelassen ist, brauchst du ebenfalls eine befristete Lösung. Für Privatpersonen macht es meist Sinn, ein Kurzzeitkennzeichen zu beantragen, zum Beispiel als Probefahrt-Kennzeichen.

Händler und Werkstätten nutzen dagegen häufig ein rotes Kennzeichen. Dieses ist an klare Vorgaben gebunden und darf nicht privat eingesetzt werden. Wenn dir ein Händler ein Fahrzeug zur Probefahrt überlässt, fährt es in der Regel mit seinem gewerblichen Kennzeichen.

Fahrzeugüberführung innerhalb Deutschlands

Manchmal geht es schlicht um Distanz. Du möchtest ein Auto von einer Stadt in eine andere bringen, beispielsweise nach einem Umzug oder weil es an einem anderen Ort stehen soll.

Wenn das Fahrzeug nicht zugelassen oder stillgelegt ist, benötigst du auch für diese Strecke ein befristetes Kennzeichen. Die Entfernung spielt dabei keine Rolle. Wenn du ein Auto privat überführen willst, gelten dieselben Regeln.

Fahrzeug ins Ausland überführen oder exportieren

Wenn ein Fahrzeug dauerhaft ins Ausland gebracht wird, handelt es sich um eine Ausfuhr. In diesem Fall reichen nationale Kurzzeitkennzeichen oft nicht aus.

Für die reguläre Ausfuhr wird in der Regel ein Exportkennzeichen benötigt. Dieses erlaubt die Fahrt über die Grenze und ist für einen festgelegten Zeitraum gültig. Wer mit einem nicht anerkannten Kurzzeitkennzeichen ins Ausland fährt, riskiert Probleme bei Kontrollen.

Überführungen durch Händler und gewerbliche Nutzer

Händler, Werkstätten und Prüforganisationen dürfen bestimmte Kennzeichen verwenden, die Privatpersonen nicht zur Verfügung stehen. Dazu gehören unter anderem rote Kennzeichen (06er-Kennzeichen) für wiederkehrende Probe- und Überführungsfahrten im gewerblichen Alltag.

Diese Kennzeichen sind streng reglementiert und für Privatpersonen nicht zugänglich. Wenn du kein entsprechend zugelassener Betrieb bist, kannst du diese Variante nicht nutzen.

Welche Kennzeichenart passt zu welcher Situation?

Die folgende Übersicht zeigt, welches Kennzeichen in typischen Fällen sinnvoll ist.

Situation

Empfohlene Kennzeichenart

Warum dieses Kennzeichen passt

Fahrzeug nach Kauf überführen

Kurzzeitkennzeichen

Gilt für kurze Überführungsfahrten innerhalb Deutschlands

Abgemeldetes Fahrzeug zur Werkstatt fahren

Kurzzeitkennzeichen

Deckt befristete Fahrten ohne dauerhafte Zulassung ab

Fahrzeug dauerhaft ins Ausland bringen

Exportkennzeichen

Erlaubt die Ausfuhr und Fahrten über die Grenze

Gewerbliche Probe- oder Überführungsfahrt

Rotes Kennzeichen

Für Händler und Werkstätten mit entsprechender Zulassung

Überführungskennzeichen beantragen – so funktioniert’s

Wenn du ein Überführungskennzeichen beantragst, wählst du keinen eigenen Kennzeichentyp aus. Du entscheidest dich immer für eine konkrete Variante, zum Beispiel ein Kurzzeit- oder ein Exportkennzeichen. Der Ablauf ist ähnlich, Unterschiede gibt es bei Zweck und Laufzeit.

Zuständig ist die örtliche Zulassungsstelle. Dort wird geprüft, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind und ob das Fahrzeug für die gewünschte Kennzeichenart zugelassen werden kann.

Voraussetzungen und Unterlagen

Welche Unterlagen du benötigst, um ein Überführungskennzeichen zu beantragen, hängt vom Einzelfall ab. In der Praxis wird meist folgendes verlangt:

  • ein gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • bei Vorlage eines Reisepasses zusätzlich eine Meldebescheinigung
  • eine elektronische Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer)
  • Zulassungsbescheinigung Teil I und gegebenenfalls Teil II
  • Nachweis einer gültigen Hauptuntersuchung, wenn vorgeschrieben
  • bei Exportkennzeichen zusätzlich Angaben zum Zielland
  • gegebenenfalls eine Vollmacht, wenn eine andere Person den Antrag stellt
  • bei neu importierten Fahrzeugen ohne deutsche Zulassung unter Umständen COC-Papiere

Wenn das Fahrzeug bereits stillgelegt ist, müssen die Daten im Register stimmen. Wenn du dir nicht sicher bist, kläre vorab mit der zuständigen Behörde, welche Unterlagen genau erforderlich sind.

Ablauf der Beantragung

Zuerst wählst du die passende Kennzeichenart aus. Viele fragen sich, wie sie ein Kurzzeitkennzeichen bekommen. Der erste Schritt ist immer der Abschluss einer Haftpflichtversicherung, woraufhin man eine eVB-Nummer erhält. Ohne diese Nummer geht nichts.

Mit den Unterlagen gehst du zur Zulassungsstelle. In manchen Regionen kannst du Überführungskennzeichen auch online beantragen, sofern dein Fahrzeug und deine Identifizierung dafür geeignet sind.

Die Behörde prüft deinen Antrag auf das Überführungskennzeichen und legt die Dauer der Gültigkeit fest, entweder vor Ort oder im Online-Verfahren. Daraufhin erteilt sie die befristete Zulassung und du kannst die Schilder prägen und abstempeln lassen. Erst danach darfst du fahren. Kontrolliere das Ablaufdatum und den Versicherungszeitraum.

Bearbeitungsdauer für Kurzzeitkennzeichen und Überführungskennzeichen?

Wie schnell du ein befristetes Kennzeichen erhältst, hängt von der gewählten Variante sowie deiner Vorbereitung ab. Sind alle Unterlagen für das Überführungskennzeichen vollständig und die Versicherung abgeschlossen, geht es in der Regel zügig.

Du legst die eVB-Nummer und die Fahrzeugpapiere vor. Die Behörde prüft die Daten, anschließend lässt du die Schilder prägen. Wenn alles stimmt und die Angaben korrekt sind, kannst du das Kennzeichen in der Regel direkt mitnehmen.

Bei Exportkennzeichen schaut die Behörde etwas genauer hin. Vor allem die Gültigkeitsdauer und das Zielland werden geprüft. Außerdem brauchst du eine passende Versicherung für den gesamten Ausfuhrzeitraum.

Je nach Arbeitsaufkommen kann es länger dauern, teils klappt es auch innerhalb eines Tages. Du solltest in jedem Fall lieber etwas mehr Zeit einplanen.

Meist entstehen Verzögerungen durch fehlende Dokumente oder fehlerhafte Angaben. Wenn die Hauptuntersuchung, die Versicherung und die Fahrzeugdaten vorab geklärt sind, läuft die Ausstellung deutlich reibungsloser.

Gültigkeitsdauer von Überführungskennzeichen

Wie lange ein Überführungskennzeichen gültig ist, richtet sich immer nach der jeweiligen Art. Ausschlaggebend ist das eingetragene Ablaufdatum. Ab diesem Tag darfst du das Fahrzeug nicht mehr im öffentlichen Straßenverkehr bewegen.

  • Beim Kurzzeitkennzeichen ist die Frist eindeutig festgelegt. Es gilt höchstens fünf Tage, wobei der Tag der Ausstellung mitzählt. Das Enddatum ist direkt auf dem Kennzeichen vermerkt. Mit Ablauf dieses Datums endet die Zulassung automatisch; eine Verlängerung ist nicht möglich. Das Fahren oder Parken mit einem abgelaufenen Kennzeichen stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.
  • Exportkennzeichen werden für einen individuell festgelegten Zeitraum ausgegeben. Die gültige Dauer des Überführungskennzeichens hängt vom Antrag und vom gewählten Versicherungsschutz ab. Möglich sind mehrere Wochen oder Monate. Auch hier zählt allein das aufgedruckte Datum.
  • Rote Kennzeichen für Händler gelten nicht nur fünf Tage, sondern für einen bestimmten Zeitraum des Betriebs. Trotzdem sind sie an klare Vorgaben gebunden. Eine private oder dauerhafte Nutzung ist ausgeschlossen.

Für ein Überführungskennzeichen muss die Versicherung mindestens bis zum Ablaufdatum gültig sein. Andernfalls endet auch die Fahrberechtigung. Plane die Gültigkeit daher realistisch und passend zu Strecke und Zeitrahmen.

Kann man ein Überführungskennzeichen verlängern?

Ein Überführungskennzeichen ist nicht verlängerbar. Mit Ablauf der Gültigkeit erlischt die Zulassung automatisch und es können keine weiteren Tage ergänzt werden.

Ein Kurzzeitkennzeichen ist nach fünf Tagen abgelaufen. Wenn du weiterfahren möchtest, musst du ein neues Kurzzeitkennzeichen beantragen, das heißt, du brauchst eine neue eVB-Nummer, einen neuen Antrag und neue Kennzeichen.

Auch beim Exportkennzeichen steht die Laufzeit von Anfang an fest. Wenn der gewählte Zeitraum nicht ausreicht, benötigst du eine neue befristete Zulassung inklusive passendem Versicherungsschutz. Eine nachträgliche Verlängerung ist nicht möglich.

Ist das Kennzeichen bereits abgelaufen, darfst du das Fahrzeug nicht mehr bewegen. Du kannst es stehen lassen, auf einem Anhänger transportieren oder regulär anmelden. Wie viel kostet ein Überführungskennzeichen?

Die Kosten für ein Überführungskennzeichen hängen von der Art des Kennzeichens, der Laufzeit und der gewählten Versicherung ab. Wer sich danach erkundigt, was ein Überführungskennzeichen kostet, erhält keine konkrete Zahl, sondern nur Richtwerte.

Bei einem Kurzzeitkennzeichen liegen die Gesamtkosten in der Regel zwischen etwa 70 und 150 Euro. Sie setzen sich zusammen aus:

  • der Gebühr der Zulassungsstelle (meist ca. 10–20 Euro),
  • den Kosten für die Kennzeichenschilder (ca. 20–40 Euro),
  • sowie der Haftpflichtversicherung für bis zu fünf Tage (ca. 30–100 Euro, je nach Anbieter).

Der größte Kostenfaktor ist meist die Versicherung. Einige Versicherer rechnen einen Teil der Kosten für die Kurzzeitversicherung an, wenn das Fahrzeug anschließend regulär bei ihnen zugelassen wird. Es lohnt sich daher, vorab bei den Anbietern nachzufragen.

Exportkennzeichen sind üblicherweise teurer. Sie gelten länger und setzen eine spezielle Versicherung für den gesamten Zeitraum voraus. Mit längerer Laufzeit steigen auch die Versicherungsbeiträge. Hinzu kommen Verwaltungsgebühren und Kosten für die Kennzeichenschilder.Die Kalkulation von roten Kennzeichen für Händler ist anders. Hier entstehen laufende Kosten im gewerblichen Betrieb, nicht einzelne Kosten für Überführungskennzeichen pro Fahrt.

Um den Betrag einschätzen zu können, kläre zuerst Laufzeit und Versicherungsschutz. Erst dann lässt sich vollständig berechnen, was das Überführungskennzeichen insgesamt kostet.

Warum du vor dem Kauf die Fahrzeughistorie prüfen solltest

Überführungskennzeichen regeln lediglich, wie ein Auto bewegt werden darf, nicht jedoch seinen technischen oder rechtlichen Zustand. Deshalb ist es wichtig, die Historie zu prüfen, bevor du unterschreibst.

Probleme zeigen sich oft erst nach dem Kauf. Ein verschwiegener Unfallschaden, ein manipulierter Kilometerstand oder ein Fahrzeug mit Salvage-Title aus dem Ausland können dazu führen, dass Versicherer den Vertrag ablehnen oder genauer hinschauen. Auch bei der Zulassung können zusätzliche Prüfungen oder Gutachten erforderlich werden.

Für Deutschland ist das kein Randthema. Laut dem Transparenzindex 2025 von carVertical weisen 37,24 Prozent der in den ausgewerteten Fahrzeugberichten erfassten Fahrzeuge Schäden auf. Solche Auffälligkeiten betreffen regelmäßig Fahrzeuge auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt.

Solche Abweichungen fallen nicht immer sofort auf. Spätestens jedoch bei der Hauptuntersuchung, bei der Anmeldung oder beim Abschluss einer Versicherung werden sie festgestellt. In diesem Fall verzögert sich die Überführung und es entstehen zusätzliche Kosten.

Ein carVertical-Bericht ist keine Nebensache, sondern eine Prüfung vor dem Kauf. Er liefert unter anderem Hinweise auf frühere Schäden, Kilometerabweichungen, die Importhistorie, Diebstahlmeldungen oder wirtschaftliche Totalschäden.

Wenn du diese Informationen vorab kennst, triffst du eine fundiertere Entscheidung und vermeidest unangenehme Überraschungen zwischen Kauf und Zulassung.

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Mit Überführungskennzeichen ins Ausland fahren

Ob du mit einem Kurzzeitkennzeichen ins Ausland fahren darfst, hängt vom jeweiligen Staat und dessen Bedingungen ab. Teilweise spielen dabei die Aufenthaltsdauer oder der Zweck der Fahrt eine Rolle. Wenn du ein Kurzzeitkennzeichen im Ausland nutzen möchtest, kläre die Anerkennung vorab mit den zuständigen Behörden oder der Botschaft.

Für eine dauerhafte Ausfuhr benötigst du ein Exportkennzeichen, das für diesen Zweck vorgesehen ist und über ein festes Ablaufdatum verfügt. Auch hier sind die Vorschriften des Ziellandes entscheidend. Ein Überführungskennzeichen schützt dich nicht vor nationalen Einreise- oder Zulassungsregeln.

Verlass dich nicht auf Forenbeiträge oder Hörensagen. Prüfe vor der Abfahrt, ob dein Kennzeichen im Zielland anerkannt wird und ob deine Versicherung dort gültig ist. Klärst du dies im Voraus, ersparst du dir Diskussionen an der Grenze oder bei Kontrollen im Ausland.

Versicherung für Überführungskennzeichen

Ohne eine gültige Versicherung stellt dir die Zulassungsstelle kein Überführungskennzeichen aus. Die Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben. Erst wenn du eine eVB-Nummer vorlegst, kann die Zulassungsstelle die Zulassung erteilen.

Die Kfz-Haftpflicht kommt für Schäden auf, die du anderen zufügst. Das betrifft Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Passiert während der Überführung ein Unfall, reguliert die Versicherung die berechtigten Ansprüche der Geschädigten.

Schäden am eigenen Fahrzeug sind meist nicht eingeschlossen. Eine Teil- oder Vollkaskoversicherung ist bei befristeten Kennzeichen in der Regel nicht enthalten. Ob sich zusätzlicher Schutz lohnt, hängt vom Fahrzeugwert und von der geplanten Strecke ab.

Achte besonders auf die Laufzeit. Die Versicherung für das Überführungskennzeichen gilt nur für den vereinbarten Zeitraum. Wenn die Police endet, darfst du nicht mehr fahren, auch wenn das Kennzeichen noch montiert ist. Stelle daher sicher, dass der Versicherungsschutz genau bis zum letzten Gültigkeitstag reicht.

Fazit – Überführungskennzeichen richtig nutzen

Wer die Regeln für befristete Kennzeichen kennt, erspart sich Bußgelder und Verzögerungen sowie Probleme mit dem Versicherungsschutz. Solche Probleme entstehen meist nicht absichtlich, sondern weil Details übersehen werden.

Wichtig ist, dass du die passende Kennzeichenart wählst. Für kurze Strecken innerhalb Deutschlands genügt oftmals ein Kurzzeitkennzeichen. Wenn das Fahrzeug hingegen dauerhaft ins Ausland soll, wird ein Exportkennzeichen benötigt. Rote Kennzeichen sind gewerblichen Betrieben vorbehalten.

Auch die Laufzeit muss stimmen. Das Kennzeichen sollte so lange gelten, wie du es wirklich brauchst. Ist die Frist zu knapp bemessen, endet die Fahrberechtigung schneller als geplant. Wenn die Versicherung nicht denselben Zeitraum abdeckt, wird es ebenfalls problematisch.

Prüfe vor der Fahrt den aktuellen Zulassungsstatus des Fahrzeugs. Plane deine Strecke realistisch und informiere dich bei Auslandsfahrten über die Anerkennung sowie über den Versicherungsschutz. So verläuft die Überführung in der Regel ohne böse Überraschungen.

Häufig gestellte Fragen

Renata Liubertaitė

Artikel von

Renata Liubertaitė

Renata ist Autorin mit mehr als 8 Jahren Erfahrung in den Bereichen Verlagswesen, Marketing und SaaS-Unternehmen. Das Schreiben über hochtechnische Themen hat sie in verschiedenen Bereichen gelernt. Sie schafft es komplexe Dinge in verständliche Worte zu fassen. Wenn sie nicht gerade für carVertical schreibt, liebt sie Heimwerkerprojekte und spontane Fahrradtouren.